Kaum einem anderen Tag im Jahr fiebern wir mehr entgegen als dem letzten Samstag im Mai, denn das bedeutet: Saisonstart in Holland!
Das gesamte "Kernteam" reiste gestern recht entspannt gemeinsam an. Auf der Autobahn war es für einen Freitagnachmittag relativ ruhig. Unsere Gastgeber erwarteten uns bereits und hatten einen Teil des Parkplatzes für unsere Gespanne reserviert.

Dann ging es auch schon los mit den "Verpflichtungen". Während Daniel, Dieter und Guido Richtung Supermarkt fuhren um den Kühlschrank zu füllen, machte ich mich auf den Weg zu unserem etwas entfernter liegenden "Stammchinesen" um das Abendessen zu besorgen. Der Abend verlief gemütlich. Dieter hatte wieder etwas für unser Teamkleidungsarsenal gespendet und wir schafften es tatsächlich erst um 22:00 Uhr ins Bett zu gehen.

Samstag, 30. Mai - erster Angeltag
Wecker? 03:00 Uhr. Wecker für Dieter den Master of Breakfast: 02:45 Uhr 🤪
Die erste Platzwahl war am Vorabend ausgelost worden, tatsächlich einmal z.G. von Guido und mir. In der Vergangenheit hatte eigentlich immer Dieter das glückliche Händchen. Ziel war natürlich wie immer am frühen Morgen der Großzanderspot. Den Großzander gab es zwar nicht, aber immerhin konnten Guido und ich hier schonmal 5 Zander in recht kurzer Zeit verhaften, wovon zwei auch gleich aufs Foto durften.


Da es im letzten Jahr zur Saisoneröffnung überraschend "schleppend" lief, waren wir alle sehr froh, dass der erste Tag in diesem Jahr wieder einen furiosen Auftakt bot,
denn auch bei Dieter und Daniel ließen die ersten Fänge nicht viel länger auf sich warten.


Um es kurz zu sagen: Es lief! Zwar waren heute viele Fische in den 40ern dabei und größere eher weniger, aber an nahezu jedem Spot konnten Fische gefangen werden.




Auch die Barsche zeigten sich ab und zu...



Ab Mittag wurde es sehr warm auf dem Wasser und natürlich machte sich auch die Freizeitschifffahrt immer mehr bemerkbar, aber die Fische schien das nicht zu stören!
Guido konnte sogar einen tollen 88er Hecht fangen, der einen ordentlichen Fight ablieferte.

Die Deutsche Post, die ja jetzt DHL heißt, hat wohl neue Fahrzeuge bestellt:

Den besten Tag erwischte insgesamt Guido, der auch den größten Zander des Tages verhaften konnte. 73cm !

Natürlich war Guido auch in Sachen "Mr. Chaos" wieder ganz weit vorne...

Daniel wollte dann unbedingt noch einen Barsch fangen und wandte den "gemeinen Schlappentrick" an. Es funktionierte tatsächlich!

Da konnten Guido und ich natürlich nicht tatenlos zusehen, und schon war der "Sockenbattle" geboren.

Endlich konnte auch ich noch einen 60+ Zander fangen!

Gegen 15:30 Uhr beendeten wir den Angeltag, Insgesamt 65 Fische wurden gefangen, und selten waren die Fänge so fair verteilt!
Sonntag, 31. Mai - Wenn einer alle in Grund und Boden angelt...
Mit unveränderten Teams starteten wir heute von zwei unterschiedlichen Slippstellen in den zweiten Angeltag. Das Wetter war bis Mittag perfekt, und auch am Nachmittag störte höchstens der Wind etwas.
Guido und ich brauchten nur eine knappe Stunde um schon zweistellig in den Fängen zu werden.

Auch bei Daniel und Dieter ging es schnell zur Sache. Gleich der erste Fisch war eine neuer "größter Zander" , mit 77cm !

Auch heute lieferten nahezu alle befischten Plätze Fisch, es lief!





Ab dem Mittag nahm dann der Teufel nur noch einen Haufen. Bis dahin war es bei Guido und mir recht ausgeglichen, aber nachdem ich sage und schreibe 5 (!) Fische im Drill verloren hatte, fing nur noch einer: Guido!

Was ich auch machte, gerade mal ein Zander fand noch den Weg ins Netz für mich, während Guido fing was er wollte. Als wir uns für einen für uns völlig neuen Flussabschnitt entschieden, ging es nahtlos so weiter. Auch ein schöner Barsch ging dann noch auf Guidos Konto.

Am Ende des Tages hatten wir gemeinsam 60 Fische, aber alleine Guido 27 davon !
Immerhin fing Daniel noch einen kapitalen "Stockfisch".

Wieder ein sehr erfolgreicher Tag. Morgen besucht uns Uli für einen Tag, ich glaube er hat "Erwartungen"...
Montag , 1. Juni
Wir hatten uns heute für 04:15 Uhr mit Uli an der Slippe verabredet. Natürlich war Uli viel zu früh dort, wir aber auch 😀.
Schnell waren die Boote im Wasser und die ersten Plätze angefahren. Uli war bei mir an Bord und Daniel war mit Dieter und Guido unterwegs.
Die erste Stunde verlief überraschend schleppend, also eigentlich lief fast nichts. So hatten wir nicht gewettet und Uli hatte schon Sorge, dass er ausgerechnet heute einen schlechten Tag erwischt hatte.
Dann aber kamen die Fische doch in Fahrt und viele schöne Zander fanden den Weg ins Boot.





Kennt Ihr die Sandhaufenmöwe? Spezielle Gattung hier in Holland...

Auch richtig große Kracher wurden gefangen.

Bis zum Mittag verlief es für alle dann kurzweilig, aber anders als an den Vortagen lieferte nicht jede Stelle Fisch.





Der einzige "Nichtzander" war heute ein 81er Hecht für Dieter.

Ab Mittag war es dann etwas schwieriger und um 14:00 Uhr ging es vom Wasser. Uli wollte am Abend noch mit dem Kajak raus und Guido und Daniel versuchten es am Nachmittag an den Poldern. Leider stellte sich kein Erfolg mehr ein, aber es wurde ein schönes Gewässer entdeckt.

Mit 51 Zandern und dem Hecht war es dann am Ende auch heute wieder topp! Morgen sieht es nach einem Pausentag aus, nicht zuletzt wegen des Wetters.
Dienstag, 2. Juni
Gestern war dann tatsächlich für alle "angelfrei". Natürlich hatten wir trotzdem ein strammes Programm. Schon vor dem Frühstück um 07:30 Uhr brachte ich mit Dieter und Guido mein Boot zu einem nahegelegenen Stahl- und Aluminiumbaubetrieb. Sagen wir es mal so, es ging diesmal um nicht weniger als die Existenz meines nun schon 19 Jahre alten Bootes. Während der folgenden Stunden kreisten meine Gedanken von "wird schon" bis hin zu "neues Boot steht an".
Wir fuhren dann nach dem gemeinsamen Frühstück ins Angelgeschäft und dort verbrachten wir natürlich ordentlich Zeit, wurden ein wenig Geld los und genossen es wie immer in vollen Zügen!
Als die Tüten genügend gefüllt waren ging es mal wieder auf "Slippstellenerkundungstour". Wir fanden Slippen, aber leider keine die unsere Anforderungen in Sachen Beschaffenheit und vor allem Zugänglichkeit erfüllten.
Nun stand noch ein weiterer Einkauf an und da sich der Schweißer aus der Firma noch nicht gemeldet hatte, blieb die Spannung in dieser Hinsicht absolut erhalten.
Nach einem kleinen Snack am Nachmittag fuhr ich mit Guido zur Firma, und auf dem Weg kam dann tatsächlich die Nachricht "Hij is klaar". In einem doch umfangreicheren Tagwerk als gedacht hatte der Schweißer alles soweit wieder hinbekommen. Nach einem herzlichen Abschlussgespräch mit den Mitarbeitern und einem großen Loch in meinem Geldbeutel ging es wieder zum Ferienhaus, wo wir dann die nötigen Abschlussarbeiten im Team mit dem mittlerweile zum Abendessen angekommenen Uli verrichteten.


Nun war es aber Zeit für das Abendessen und wir genossen gemeinsam den Rest des Abends, bevor Uli uns dann leider aber verständlich recht schnell wieder verließ. Schließlich wollte auch er am nächsten Tag nochmal mit dem Kajak raus.

Festzuhalten wäre noch der mangels eines fünften Stuhls eilig improvisierte "Bierthron" für Uli.

Mittwoch, 3. Juni - Endlich Großzander!
Heute kam Dieter bei mir an Bord und Daniel war mit Guido unterwegs. Für mich hatte in den ersten Stunden erstmal die Dichtheit des Bootes Priorität, aber zum Glück war an dieser Front alles in Ordnung. Eine andere Front in Form von Starkregen sollte uns aber zwei Stunden später zu jeweiligen Zwangspausen unter Brücken zwingen, die Guido natürlich für "Besorgungen" nutzte.

Doch was war vorher? Für Dieter und mich ist das schnell erzählt, es gab nämlich so gut wie nichts. Bei Daniel und Guido war das schon anders. Sie fanden einen guten Spot und dort war der dritte Fisch dann der erste Großzander der Tour. Guido war der Glückliche, der einen 88er Brecher vor die Linse halten durfte.

Dieter hatte inzwischen auch seinen ersten Zander gefangen, während es bei mir zwei Stunden dauerte, bis der erste Fisch ans Band kam. Dieser war aber kein Zander, sondern zu meiner Überraschung ein schöner 65er Rapfen!

Danach lief es weiter sehr schleppend und wir sammelten uns mühsam ein paar Zander ein, ergänzt durch einen schönen Barsch.

Daniel und Guido fingen zwar mehr als wir, aber aufs Foto schaffte es zunächst auch bei Ihnen kein Fisch mehr.
Das nächste Highlight konnte dann ich verbuchen, mit einem völlig unerwarteten 80er Mittagszander!

Auch Dieter fing natürlich noch einen Fotozander.

Zum Abschluss und tatsächlich dann auch mit dem letzten Fisch des Tages legte Guido dann nochmal einen drauf. Ein 48er Barsch krönte seinen Angeltag.

Mit insgesamt 31 Fischen inklusive 4 Barschen und dem Rapfen war es heute etwas weniger, aber bei den schwierigen Wetterbedingungen mit starkem Wind war das vielleicht zu erwarten.
Donnerstag, 4. Juni
Die Wettervorhersage war für heute nicht besonders motivierend, viel Wind und starke Schauer mit Gewittern. Der Wind brachte ordentlich Kraft mit, aber der Regen meinte es insgesamt besser mit uns als erwartet. Guido und Daniel fuhren heute wie gewohnt mit dem Boot aufs Wasser, während Dieter und ich irgendwie keine Lust hatten bei diesen Bedingungen zu kämpfen. Wir schliefen etwas länger und wollten am Vormittag ganz gemütlich etwas an die Polder um Hechte zu ärgern. Mit leichtem Marschgepäck ging es gegen 10:00 Uhr los.
Guido und Daniel steuerten gleich am Morgen einen Gewässerabschnitt an, der auch bei diesen Bedingungen genügend Schutz bot, dafür war die Anfahrt mit dem Boot etwas länger. Bei der Ankunft wusste Daniel noch nicht, dass ihn heute ein ähnliches Schicksal ereilen sollte wie mich am vergangenen Sonntag, als Guido nahezu alle Fische in diesem Gebiet fing und ich überwiegend in die Röhre guckte.
Nach ein paar Stunden stand es 7:0 für Guido. "Ich glaub´ es geht schon wieder los" (Roland Kaiser).
Zwei Zander durften auch aufs Foto.


Dieter und ich fischten an einem schönen breiten Polder, optisch passte schonmal alles.




Nachdem Dieter bereits zwei Bisse nicht verwerten konnte, stieg auf den Chatterbait dann ein kleiner Hecht ein. Die Größe spielte keine Rolle, wir freuten uns!

Beim Bootsteam kam noch eine Handvoll Zander dazu, und auch Daniel konnte doch noch ein paar Fische fangen, wie z.B. diesen 24er Löwen.

Unterwegs gab es noch eine Wasserfontäne zu bestaunen.

Am Ende hatten die beiden bis ca. 12:30 Uhr 13 Zander gefangen.
Bei Dieter und mir kam leider nichts mehr, wir waren aber auch nur knapp 2 Stunden unterwegs.
Morgen greifen wir mit neuen Teams und besseren Wetterbedingungen noch ein letztes Mal an, bevor es dann am Samstag wieder nach Hause geht.
Freitag, 5. Juni - Abschlusstag mit Fehlstart
Heute war es dann also schon wieder soweit, der letzte Tag unserer Tour. Wie immer klingelte der Wecker um 03:00 Uhr, aber als wir dann gemeinsam beim Frühstück saßen und einen Blick auf das Regenradar warfen, ging es erstmal wieder ins Bett. Es machte einfach keinen Sinn, die ersten 1,5 Stunden bei Starkregen unter der Brücke zu verbringen, dann konnten wir uns besser noch etwas ausruhen. Gegen 06:15 klingelte also der Wecker ein zweites Mal, und es ging auch gleich ab in Richtung der jeweiligen Slippe. Daniel und ich bildeten heute ein Team, und Dieter fuhr mit Guido raus.
Alle konnten trocken einslippen, aber leider dauerte es nicht lange, bis uns der nächste heftige Regenschauer erwischte. Alle waren jedoch hoch motiviert und "hart am Fisch", so dass diesmal unsere Brückenschutzplätze nicht besucht wurden. Auch im Regen beißt es manchmal!

Wir waren damit härter als so manches Federvieh, nicht mal die Enten hatten Lust nass zu werden.

Nach dem Regengebiet hatten Dieter und Guido Glück und bekamen keinen weiteren Regen ab, während es bei Daniel und mir, nur wenige Kilometer entfernt, noch den einen oder anderen kleinen Schauer gab. Fische wurden wieder überall gefangen.



Die dicken Barsche waren heute gut drauf, Dieter konnte gleich zwei fangen, einen mit 42cm,

und dann noch einen mit 47cm !

Auch Daniel schnappte sich einen 46er Barschmoppel.

Den besten Zander fing Dieter mit 69cm.

Auch am Nachmittag ließ sich noch der eine oder andere schöne Zander sehen.


Mit insgesamt 34 Fischen ging es heute auf Grund des verspäteten Starts etwas später vom Wasser, es gab aber auch bis zuletzt Fisch.
Nun ist unsere Tour schon wieder zu Ende, man glaubt es dann immer kaum, wie schnell alles geht. Es war mal wieder eine tolle Zeit mit viel guter Laune und tollen Fängen. Natürlich durften auch die technischen Probleme nicht fehlen, die diesmal aber so schwerwiegend waren, dass es schon besonders nervenaufreibend zuging. Nun, auch das haben wir dank toller Unterstützung unseres Gastgebers und eines Fachbetriebes gemeistert.
Das Ergebnis waren 244 Fische, davon drei Hechte und 16 Barsche. Auch unser mittlerweile fester Angelpartner Uli hat von seinem Kajak noch durchaus sehr gut gefangen und an seinem Angeltag mit uns gezeigt, dass er es kann!
Wir freuen uns schon auf unsere nächsten Abenteuer 💯

Kai













